Kinder wollen rennen, herumtollen, klettern und springen. Sie wollen
spielen und sich bewegen und fordern damit ein, was sie sowohl für ihre
gesunde körperliche, als auch geistige Entwicklung brauchen. Im
Bewegungsspiel und über Bewegungsfreude, werden zudem Lernfähigkeit,
Leistungsbereitschaft und Anstrengungswillen gestärkt. Die positiven
Aspekte von Bewegung sind vielfältig. Anhand einiger Beispiele möchte ich
verdeutlichen, was ein Kind durch Bewegung alles unterbewusst lernt:
· Gemeinschaft erleben durch Bewegung
· Den eigenen Körper mit seinen Funktionen kennen lernen
· Den Umgang mit dem eigenen Körper spüren und bewusst gestalten
· Sensibilität für den eigenen Körper entwickeln
· Verantwortung für sich selbst übernehmen
· Herausforderungen annehmen, bewältigen und sich etwas zutrauen
· Freude an Bewegung spüren
· Eine positive körperliche Erschöpfung durch Bewegung spüren
· Ausdauer, Kraft, Koordination und Gleichgewicht steigern können
· Die Umwelt mit allen Sinnen wahrnehmen
· Lernen können durch selbstständiges Handeln
· Fehler machen können und daraus lernen
· Gefühle erleben und ausdrücken können
· Eigene Grenzen lernen und überwinden
· Selbstbewusstsein entwickeln
· Motorische Fähigkeiten erlangen, verfestigen und weiterentwickeln
· Anspannung über Bewegung verarbeiten und darüber Aggressionen
abbauen können
Bewegung ist eine zentrale Grundlage für Entwicklung und wirkt weit über die Motorik hinaus. Kinder stärken beim Klettern, Balancieren, Rennen, Springen oder Rollen nicht nur ihre Koordination, Kraft und Körperwahrnehmung, sondern auch ihre geistige Entwicklung. Durch körperliche Aktivitäten entwickeln sie wichtige kognitive Fähigkeiten wie Problemlösungskompetenz, Konzentration und räumliches Denken. Kinder erleben dabei Selbstwirksamkeit: Sie merken, dass sie etwas schaffen können und dass sie mit jedem kleinen Schritt sicherer werden. Bewegung unterstützt außerdem die Sprachentwicklung, weil sie häufig in Kommunikations- und Interaktionssituationen eingebunden ist. Kinder verständigen sich im Spiel, zeigen, erklären, reagieren aufeinander und lernen Sprache in echten Handlungszusammenhängen. Gleichzeitig profitieren auch die sozialen Fähigkeiten: Kinder lernen, miteinander zu spielen, Rücksicht zu nehmen, zu teilen, zu warten und zusammenzuarbeiten.
Damit wirklich alle Kinder teilhaben können, gestalte ich Bewegungsangebote so, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt mitzumachen: aktiv, vorsichtig, beobachtend oder in kleinen Schritten. Manche Kinder brauchen mehr Zeit, andere mehr Ermutigung, weitere klare Begleitung oder Pausen – und genau das darf sein. Es ist von großer Bedeutung, dass jedes Tageskind Erfolgserlebnisse sammeln kann, ohne Druck und ohne Vergleiche, und dass es erlebt: Ich darf so sein, wie ich bin, und ich gehöre dazu.
