Eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern ist für mich ein ganz zentraler Bestandteil meiner Kindertagespflege. Denn Eltern kennen ihr Kind am besten – mit all seinen Bedürfnissen, Eigenheiten, Stärken und auch mit dem, was es gerade besonders braucht. Ich begleite die Kinder ein Stück ihres Weges und wünsche mir dabei eine echte Partnerschaft: respektvoll, offen und immer mit dem Blick darauf, was dem Kind guttut.
Mir ist wichtig, dass Eltern sich bei mir gesehen und ernst genommen fühlen – genauso wie ihre Kinder. Familien sind unterschiedlich, und genau das ist für mich selbstverständlich. Manche Eltern möchten eng begleitet werden, brauchen mehr Austausch, Sicherheit und Rückversicherung. Andere wünschen sich eher kurze Absprachen und weniger Gespräche. Beides ist völlig in Ordnung. Ich bin in der Elternarbeit flexibel und gehe gerne auf das ein, was Familien brauchen, damit Vertrauen entstehen kann. Denn wenn Eltern sich sicher fühlen, spüren das auch die Kinder – und können leichter ankommen und teilhaben.
Damit Zusammenarbeit wirklich gelingt, braucht es eine Kommunikation, die wertschätzend ist und gleichzeitig ehrlich bleiben darf. Ich biete jederzeit Elterngespräche und Entwicklungsgespräche an, wenn Fragen auftauchen, wenn Eltern etwas beschäftigt oder wenn wir gemeinsam auf die Entwicklung des Kindes schauen möchten.
Mir ist dabei wichtig, dass solche Gespräche in Ruhe stattfinden können – und oft ist es sinnvoll, sie in der Abwesenheit des Kindes zu führen.
So können wir offen sprechen, ohne dass das Kind belastet wird oder das Gefühl bekommt, „Thema“ zu sein.
Meine inklusive Haltung zeigt sich auch hier ganz deutlich: Ich denke nicht in Schubladen und nicht in „richtig oder falsch“, sondern ich schaue gemeinsam mit den Eltern auf das einzelne Kind. Was braucht es, um sich sicher zu fühlen? Was hilft ihm, in der Gruppe seinen Platz zu finden? Welche kleinen Schritte stärken es im Alltag? So entsteht eine Begleitung, in der jedes Kind dazugehören darf – und in der Unterschiede nicht stören, sondern dazugehören.
Ein Punkt liegt mir dabei besonders am Herzen: Kinder sollen sich nicht bewertet fühlen. Ich wünsche mir deshalb, dass Kinder beim Abholen nicht mit Fragen wie „Warst du lieb?“ oder „Warst du brav?“ empfangen werden. Kinder dürfen sich einfach freuen, ihre Eltern wiederzusehen – ohne Druck, ohne Bewertung. Bei mir dürfen alle Gefühle da sein: Freude, Wut, Traurigkeit, Aufregung, Müdigkeit oder Rückzug. Kein Kind muss den ganzen Tag „lieb“ sein. Gefühle gehören zum Alltag und dürfen gelebt werden. Kinder lernen dadurch: Ich bin willkommen – mit allem, was ich bin. Und genau das ist für mich eine wichtige Grundlage dafür, dass Kinder Vertrauen entwickeln, sich zugehörig fühlen und wirklich teilhaben können.
