Beispielhafter Tagesablauf


Ein strukturierter Tagesablauf gibt kleinen Kindern Sicherheit und Orientierung. Gleichzeitig ist es mir ein besonderes Anliegen, dass der Alltag nicht starr „abgearbeitet“ wird, sondern sich an den Kindern orientiert. Kinder zwischen ein und drei Jahren sind sehr unterschiedlich – in ihrer Entwicklungsgeschwindigkeit, ihrer Energie und ihren Bedürfnissen. Deshalb gestalte ich den Tagesablauf so, dass alle Kinder teilhaben können und jedes Kind die Begleitung bekommt, die  gerade angebracht ist.

 

Der Tag beginnt mit dem Ankommen und einer ersten Phase des freien Spiels, in der die

Kinder in Ruhe starten dürfen. Danach frühstücken wir gemeinsam. Im Anschluss

findet unser Morgenkreis statt, der den Kindern Struktur gibt und die Gemeinschaft

stärkt. Ein großer Teil unseres Vormittags besteht aus freiem Spiel, Bewegung und Entdecken – drinnen oder draußen, je nachdem, was der Tag bringt. Durch meine

Weiterbildung zur inklusiven Kindertagespflegeperson ist mir noch einmal             besonders bewusst geworden, wie wichtig freies Spiel in diesem Alter ist. Kinder lernen hier am Stärksten aus eigener Motivation heraus. Deshalb stehen bei mir nicht feste Angebote im Vordergrund, sondern Zeit und Raum zum selbstbestimmten Spielen. Kreative Impulse wie Malen oder Basteln sind ebenfalls Bestrandteil meiner Betreuung, jedoch eher nach Interesse und passend zur Situation – und immer freiwillig, damit jedes Kind ohne Druck partizipieren kann. Dieser Blick passt auch zu dem Gedanken, den ich aus dem Marte-Meo-Ansatz mitgenommen habe: Kinder durch achtsames Beobachten und passende, kleine Impulse zu stärken, ohne sie zu überfordern.

Pflege und Körperhygiene gehören selbstverständlich zum Alltag, werden bei mir aber

situativ und nach Bedarf begleitet, nicht als fester Programmpunkt. Zur Mittagszeit essen wir gemeinsam. Danach folgt der Mittagsschlaf bzw. eine Ruhephase. Da Kinder beim Essen sehr unterschiedlich sind, hat es sich bei mir eingespielt, das Mittagessen flexibel zu gestalten und bei Bedarf auch nach dem Schlafen noch einmal anzubieten. So können Kinder in ihrem eigenen Rhythmus essen und werden nicht unter Druck gesetzt.

Am Nachmittag gibt es erneut Zeit für freies Spiel und Bewegung. Außerdem gibt es

immer einen Snack. Dieser ist bei mir jedoch nicht an eine feste Uhrzeit gebunden, sondern richtet sich nach dem Tagesverlauf und den Bedürfnissen der Tageskinder. Viele Kinder essen besonders gern unterwegs, zum Beispiel im Krippenwagen, und auch darauf gehe ich flexibel ein. Ein fester Bestandteil unserer Woche ist der Freitag: Nach dem Mittagsschlaf gehen wir gemeinsam in die Bücherei, und die Kinder werden dort von ihren Eltern abgeholt. Auch hier gilt: Wenn es an einem Tag nicht passt, darf es angepasst werden – denn entscheidend ist, dass der Alltag den Kindern gut tut und Teilhabe für alle möglich bleibt.